Modelle verändern

Das Modellpferdehobby ist sehr vielseitig, man kann Modellpferde einfach nur sammeln und ausstatten. Viele Sammler haben sich zum Hobby gemacht Zubehör für die Modellpferde herzustellen, ebenso gibt es Sammler, die das Verändern von Modellpferden für sich entdeckt haben. Es gibt viele unterschiedliche Art und Weisen ein Modellpferd zu verändern, diese sollen hier ein wenig erläutert werden.

Ein Artikel von Martina Hinsen.

Es gibt viele Diskussionen darüber wo das Verändern von Modellpferden richtig beginnt, viele sind der Meinung, dass man ein Hinzufügen von Abzeichen auf einem OF (Original Finish) Modellpferd als custen bezeichnen kann. Für beginnt das Custen erst beim sogenannten Repainten, also beim kompletten Neubemalen eines OF, wiederum andere ziehen die Grenze noch weiter und sagen, es muss erst eine wirkliche Veränderung, nicht nur der Farbe, sondern des Modellpferdes erfolgen bevor es ein wirkliches „Remake“ ist.
Aber wo auch immer die Sammler die Grenze des Custen für sich selber ziehen, die unterschiedlichen Sorten des Customizing haben alle ihre Reize.

Wie erwähnt gibt es die Möglichkeit, ein Modellpferd - gewöhnlich ein Breyer, Stone oder Resin - neu zu bemalen. Dazu gibt es verschiedene Techniken. Man kann Revellfarben benutzen, ähnlich hierzu gibt es eine weitere Möglichkeit, das Modellpferd mit Acrylfarben neu zu bemalen, welche die häufigste Variante ist. Dabei gibt es weiterhin eine Unterscheidung, denn man kann Acrylfarben entweder mit dem Pinsel auftragen und teilweise mit dieser Technik erzielen, dass ein Modellpferd richtig „echt“ aussieht mit Fellstruktur und allem. Oder aber man benutzt eine Airbrushpistole und einen Kompressor um einen besonders glatten und weichen Effekt zu erzielen.

Eine weitere Variante sind Pastellkreiden. Entscheidet man sich hierfür, schabt man mit einem Messer feinen Staub von diesen Kreiden ab und trägt sie auf das Modellpferd auf. Dafür sind viele, viele Schichten nötig, da der Staub nicht so deckend ist wie die Farbe aus der Tube. Nach jeder Schicht muss der Staub mit einem Fixierspray auf dem Modell fixiert werden bevor die nächste aufgetragen werden kann. Diese Methode erfordert sehr viel Zeit und Geduld, aber das Ergebnis lohnt sich.

Eine weitere Variante ist das Bemalen mit Ölfarben, wobei hier darauf geachtet werden muss, dass die Trocknungszeit dieser Farben sehr lange ist. Mit Ölfarben lässt sich allerdings eine einzigartige Farbbrillianz erzielen und viele Remaker schwören auf diese Technik.

Das Schöne an den verschiedenen Techniken ist, dass sie untereinander vermischt werden können. So kann man z.B. ein Pferd mit Acrylfarben bemalen und die Schattierungen mit Pastell machen, dadurch werden oft hervorragende Ergebnisse erzielt.

Details wie Hufe, Abzeichen und Augen werden meist mit dem Pinsel gemalt, damit erzielt man eine Genauigkeit, die mit den anderen Techniken vermutlich nicht ganz zu erreichen wäre.

Selbstverständlich ist das Bemalen nicht die einzige Veränderung, die man an einem Modellpferd vornehmen kann. So gibt es z.B. noch das sogenannte „Hairing“. Dazu entfernt man den Plastikschweif und die Mähne des Modellpferdes (z.B. mit einem Dremel oder durch Heißmachen und Wegschneiden des Plastiks), wobei man bei dem Schweif eine Schweifrübe stehen lässt oder neu modelliert. Die bearbeiteten Stellen modelliert man mit Modelliermasse (am besten geeignet hierzu ist Apoxie Sculpt) wieder auf und schleift sie danach mithilfe von Schleifpapier z.B. glatt, damit der Übergang zwischen Plastik und Modelliermasse nicht mehr zu sehen ist. Meist wird anschließend das Modell neu bemalt und zum Abschluss mithilfe von Mohair gehairt und frisiert. Wenn das Hairing gut gemacht wird, wird ein toller Echthaareffekt erzielt, der dem Modellpferd einen besonderen Reiz verleiht.

Selbstverständlich gibt es neben dem Hairing die Möglichkeit, den Schweif und die Mähne nach dem Entfernen des Plastiks, neu zu modellieren, auch hierzu wird am besten Apoxie Sculpt eingesetzt. Dann wäre noch das richtige Stellungsverändern von Modellpferden zu erwähnen.

Man kann Modellpferden andere Bein- Hals- und Kopfstellungen verleihen.
Dazu schneidet man in das Plastik des Modellpferdes kleine Keile ein (z.B. mit einer Säge). An den Stellen wo das Plastik gebogen werden soll und auch an der gegenüberliegenden Seite, schneidet man kleine Keile ein, möchte man z.B. einen relativ geraden Hals nach unten biegen, so sollte man viele kleine Keile hintereinander setzen um nachher die bestmögliche Biegung zu erzielen.
Nachdem man das Plastik mit heißem Wasser oder einem Heißluftfön erhitzt hat, kann man es nun also biegen (Vorsicht! Furchtbar heiß!), sobald das Plastik wieder abkühlt, wird es wieder hart und bleibt in der gewünschten Situation.

Wenn man bedeutsame Stellungsveränderungen macht, sollte man immer die Anatomie eines Pferdes beachten, da das Ergebnis ansonsten etwas merkwürdig wirken kann.

Was die Veränderungen angeht, sind keine Grenzen gesetzt, man kann dem Pferd das Maul öffnen, die Rasse verändern (z.B. durch Anmodellieren einer Ramsnase oder Aufmodellieren von bestimmten Körperpartien), das Geschlecht ändern, aus einem dösenden Pferd ein bösartiges machen und und und.
Es gibt Custs, bei denen lässt sich nicht einmal mehr das Ausgangsmodell erkennen, weil derart viel verändert worden ist an dem Modell.
Es ist auch möglich, Teile des Modells abzusägen und wieder neu dran zu setzen, einen komplett neuen Hals zu verpassen oder Ohren zu drehen. So muss man ein Modellpferd, dessen Bein abgebrochen ist, nicht verloren geben, denn es gibt immer eine Möglichkeit es zu reparieren.

Vielleicht fühlt der eine oder andere sich ja nun selber animiert einmal das Verändern von Modellpferden aus zu probieren. Dabei wünschen wir viel Spaß ;-)!